Die Planung
Nach dem Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 besetzten französische Truppen die gesamte Pfalz. Die französische Besatzungsregierung richtete ihren Hauptsitz in Mainz ein. Wie bereits im geschichtlichen Hintergrund erwähnt verlangte die französische Besatzungregierung als Reparationsleistung die Errichtung eines Militärlagers in der Ludwigswinkler Gemarkung „Im schönen Tal“, dem heutigen Ortsteil Schöntal. Das Lager sollte den Truppenübungsplatz Bitsch in Lothringen erweitern und lag in unmittelbarer Grenznähe zu Eppenbrunn und Ludwigswinkel.

überarbeitet 2026 von Jo (Quelle: Bundesarchiv)
Am 30. Mai 1921 forderte die französische Besatzungsregierung das Gelände für das Camp de Ludwigswinkel sowie die angrenzenden militärisch nutzbaren Flächen an. Nach ihren Vorgaben mussten die Verantwortlichen (Reichvermögensamt für besetzte Gebiete, Berlin, Außenstellen in Kaiserslautern und Landau) die Baumaßnahmen planen und bis September 1922 abschließen.
Für den Betrieb des Lagers und die Versorgung der Truppen verlangte die französische Militärregierung außerdem den Bau einer Bahnverbindung zwischen dem damaligen Reichsbahnanschluss am Bahnhof Bundenthal und dem rund 14 Kilometer entfernten Lager in Ludwigswinkel.
Der Bau
Am 12. September 1921 begann das ehemalige Reichsvermögensamt mit umfangreichen Baumaßnahmen zum Aufbau des Militärlagers Ludwigswinkel–Schönthal. Die trapezförmig angelegte Gesamtfläche umfasste etwa 1.200 m × 670 m. Das Gelände war vollständig bewaldet und befand sich im Besitz des Bayerischen Forstfiskus.

überarbeitet 2026 von Jo (Quelle: Bundesarchiv)


überarbeitet 2026 von Jo (Quelle: Archiv Wolf/ Nicklaus, Dorfarchiv Ludwigswinkel)
Geplant waren Schienenwege, Straßen, Wege, Plätze, Grünflächen sowie Sportanlagen. Darüber hinaus sollten rund 125 Gebäude entstehen, überwiegend in Fachwerkbauweise. Die maximale Belegung des Lagers betrug etwa 3.500 Soldaten.
Im Umfeld des Lagers wurden umfangreiche Infanterie- und Artillerieübungsplätze eingerichtet:
- 3 Infanterie-Schiessplätze
- 1 Maschinengewehr-Schiessplatz
- 2 Handgranaten-Abwurfplätze
- 1 Gewehrgranaten-Schiessplatz
- 2 Artillerie-Einschlagstellen
Die Kosten
Die vom Reichsvermögensamt getragenen Gesamtkosten beliefen sich – einschließlich der Errichtung einer rund 15 km langen Schmalspurbahn zur Versorgung des Lagers – auf etwa 13 Millionen Goldmark.
