Wasserversorgung bei Km 8,1

Auf einen Blick

Art der Betriebsstelle: Wasserstation

Lage:
• Streckenkilometer 8,0–8,1
• Unmittelbar hinter der Straßenquerung der Landstraße Schönau – Fischbach (heute L 478)
• Richtung Königsbruch

Versorgungsaufgabe:
• Versorgung der Dampflokomotiven mit Kesselwasser
• Unverzichtbare Betriebsstelle im Streckenverlauf

Wassergewinnung:
• Nutzung einer nahegelegenen Quelle
• Fassung des Quellwassers in einem Sammelschacht
• Weiterleitung über Rohrsystem zur Pumpanlage

Fördertechnik:
• Pulsometer (dampfbetriebene Wasserpumpe)
• Betrieb ohne klassische mechanische Antriebsteile
• Förderung durch Dampf, Kondensation und Unterdruckwechsel
• Direkter Betrieb mit Lokomotivdampf möglich

Technische Merkmale des Pulsometers:
• Robust und wartungsarm
• Keine komplexen beweglichen Teile
• Besonders geeignet für abgelegene Betriebsstellen
• Typische pulsierende Förderbewegung

Betriebliche Bedeutung:
• Zentrale Wasserstation für die Streckenversorgung
• Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der Dampflokomotiven
• Wichtiger Bestandteil der Infrastruktur der Schmalspurbahn

Historische Einordnung:
• Beispiel für ingenieurtechnische Lösungen im Bahnbetrieb
• Nutzung einfacher, aber effektiver Technik in schwer zugänglichem Gelände
• Heute nur noch indirekt im Gelände nachvollziehbar

Die Wasserstation bei Streckenkilometer 8

Zwischen Streckenkilometer 8,0 und 8,1 querte die Schmalspurbahn die Landstraße von Schönau nach Fischbach (heute L 478) auf ihrem Weg in Richtung Königsbruch. Unmittelbar hinter diesem Bahnübergang befand sich eine für den Bahnbetrieb unverzichtbare Einrichtung: die Wasserstation bei Kilometer 8.

Da Dampflokomotiven große Mengen Wasser für die Dampferzeugung benötigten, mussten entlang der Strecke geeignete Möglichkeiten zur Wasserversorgung geschaffen werden. Die Wasserstation nutzte eine nahegelegene Quelle, deren Wasser gefasst und über eine Leitung einem Sammelschacht zugeführt wurde. Von dort aus wurde das Wasser mithilfe eines sogenannten Pulsometers weitergefördert.

Der Pulsometer – Technik ohne bewegliche Maschinenteile

Der Pulsometer war eine bemerkenswerte technische Entwicklung des späten 19. Jahrhunderts. Anders als herkömmliche Pumpen kam er nahezu ohne bewegliche mechanische Antriebsteile aus. Seine Arbeitsweise beruhte ausschließlich auf der Kraft des Dampfes und den dabei entstehenden Druck- und Unterdruckverhältnissen.

Hierzu wurde Dampf in die Pumpenkammern geleitet und drückte das Wasser in die Förderleitung. Sobald der Dampf durch das kalte Wasser kondensierte, entstand ein Unterdruck, der neues Wasser ansaugte. Durch den ständigen Wechsel dieses Vorgangs entstand die typische pulsierende Förderbewegung, die dem Gerät seinen Namen gab.

Werbeanzeige für eine Pulsometer-Wasserstation der Firma Körting AG, Körtingsdorf bei Hannover
Solche Anlagen kamen bei zahlreichen Bahnen und Industriebetrieben zur Wasserförderung zum Einsatz
(Quelle: www.kdtroeger.de).

Die auf der linken Seite der Lokomotive erkennbaren Schläuche und Ventile dienten der Versorgung des Pulsometers mit Dampf.
(Quelle:Filmsammlung Ernst Lohöfener)

Gerade an abgelegenen Standorten erwies sich der Pulsometer als besonders vorteilhaft. Er war robust, zuverlässig und benötigte keine zusätzliche Energiequelle, da er direkt mit dem Dampf der Lokomotive betrieben werden konnte.

Bedeutung für den Bahnbetrieb

Für die Schmalspurbahn war die Wasserstation bei Kilometer 8 von großer Bedeutung. Sie gewährleistete die Versorgung der Lokomotiven mit dem für den Betrieb notwendigen Kesselwasser und trug damit wesentlich zur Betriebssicherheit auf der Strecke bei. Heute erinnern nur noch wenige Spuren an diese technische Anlage. Dennoch vermittelt die ehemalige Wasserstation einen anschaulichen Eindruck von den Herausforderungen des Dampfbetriebs und den ingenieurtechnischen Lösungen, mit denen diese bewältigt wurden