Auf einen Blick
Art der Betriebsstelle: Wasserstation
Lage:
• Streckenkilometer 8,0–8,1
• Unmittelbar hinter der Straßenquerung der Landstraße Schönau – Fischbach (heute L 478)
• Richtung Königsbruch
Versorgungsaufgabe:
• Versorgung der Dampflokomotiven mit Kesselwasser
• Unverzichtbare Betriebsstelle im Streckenverlauf
Wassergewinnung:
• Nutzung einer nahegelegenen Quelle
• Fassung des Quellwassers in einem Sammelschacht
• Weiterleitung über Rohrsystem zur Pumpanlage
Fördertechnik:
• Pulsometer (dampfbetriebene Wasserpumpe)
• Betrieb ohne klassische mechanische Antriebsteile
• Förderung durch Dampf, Kondensation und Unterdruckwechsel
• Direkter Betrieb mit Lokomotivdampf möglich
Technische Merkmale des Pulsometers:
• Robust und wartungsarm
• Keine komplexen beweglichen Teile
• Besonders geeignet für abgelegene Betriebsstellen
• Typische pulsierende Förderbewegung
Betriebliche Bedeutung:
• Zentrale Wasserstation für die Streckenversorgung
• Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der Dampflokomotiven
• Wichtiger Bestandteil der Infrastruktur der Schmalspurbahn
Historische Einordnung:
• Beispiel für ingenieurtechnische Lösungen im Bahnbetrieb
• Nutzung einfacher, aber effektiver Technik in schwer zugänglichem Gelände
• Heute nur noch indirekt im Gelände nachvollziehbar
Die Wasserstation bei Streckenkilometer 8

Bearbeitet 2026 von Jo (Quelle: Bundesarchiv)
Zwischen Streckenkilometer 8,0 und 8,1 querte die Schmalspurbahn die Landstraße von Schönau nach Fischbach (heute L 478) auf ihrem Weg in Richtung Königsbruch. Unmittelbar hinter diesem Bahnübergang befand sich eine für den Bahnbetrieb unverzichtbare Einrichtung: die Wasserstation bei Kilometer 8.

Bearbeitet 2026 von Jo (Quelle: Bundesarchiv)
Da Dampflokomotiven große Mengen Wasser für die Dampferzeugung benötigten, mussten entlang der Strecke geeignete Möglichkeiten zur Wasserversorgung geschaffen werden. Die Wasserstation nutzte eine nahegelegene Quelle, deren Wasser gefasst und über eine Leitung einem Sammelschacht zugeführt wurde. Von dort aus wurde das Wasser mithilfe eines sogenannten Pulsometers weitergefördert.
Der Pulsometer – Technik ohne bewegliche Maschinenteile
Der Pulsometer war eine bemerkenswerte technische Entwicklung des späten 19. Jahrhunderts. Anders als herkömmliche Pumpen kam er nahezu ohne bewegliche mechanische Antriebsteile aus. Seine Arbeitsweise beruhte ausschließlich auf der Kraft des Dampfes und den dabei entstehenden Druck- und Unterdruckverhältnissen.
Hierzu wurde Dampf in die Pumpenkammern geleitet und drückte das Wasser in die Förderleitung. Sobald der Dampf durch das kalte Wasser kondensierte, entstand ein Unterdruck, der neues Wasser ansaugte. Durch den ständigen Wechsel dieses Vorgangs entstand die typische pulsierende Förderbewegung, die dem Gerät seinen Namen gab.

Solche Anlagen kamen bei zahlreichen Bahnen und Industriebetrieben zur Wasserförderung zum Einsatz
(Quelle: www.kdtroeger.de).

(Quelle:Filmsammlung Ernst Lohöfener)
Gerade an abgelegenen Standorten erwies sich der Pulsometer als besonders vorteilhaft. Er war robust, zuverlässig und benötigte keine zusätzliche Energiequelle, da er direkt mit dem Dampf der Lokomotive betrieben werden konnte.
Bedeutung für den Bahnbetrieb
Für die Schmalspurbahn war die Wasserstation bei Kilometer 8 von großer Bedeutung. Sie gewährleistete die Versorgung der Lokomotiven mit dem für den Betrieb notwendigen Kesselwasser und trug damit wesentlich zur Betriebssicherheit auf der Strecke bei. Heute erinnern nur noch wenige Spuren an diese technische Anlage. Dennoch vermittelt die ehemalige Wasserstation einen anschaulichen Eindruck von den Herausforderungen des Dampfbetriebs und den ingenieurtechnischen Lösungen, mit denen diese bewältigt wurden
