Planung der Schmalspurbahn/Feldbahn

Die Feldbahn – Technik, Einsatz und Weiterverwendung

Die Feldbahn war eine Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 600 mm, die speziell für den militärischen Einsatz entwickelt wurde. Während des Ersten Weltkriegs kam sie in großer Zahl an den Kriegsschauplätzen zum Einsatz und spielte eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Front.

Die eingesetzten Dampflokomotiven sowie das gesamte rollende Material waren vergleichsweise einfach konstruiert. Dadurch konnten sie schnell aufgebaut, unkompliziert bedient und mit geringem Aufwand gewartet werden.

Gleisbau und Spurweite

Im Vergleich zur Regelbahn waren die Anforderungen an den Gleisunterbau deutlich geringer. Die schmalere Spurweite von 600 mm ermöglichte einen flexiblen und schnellen Streckenbau, insbesondere in Frontnähe oder in schwierigem Gelände. Zudem konnten mit der Feldbahn deutlich kleinere Kurvenradien realisiert werden, was den Streckenverlauf wesentlich anpassungsfähiger machte.

Die Regelspur der klassischen Eisenbahn beträgt dagegen 1.435 mm. Dadurch war das rollende Material der Feldbahn nicht mit dem der Regelbahn kompatibel.

Querschnitt des Bahnkörpers (Schnalspur) mit Bemaßung.
Überarbeitet 2026 von Jo (Quelle: Bundesarchiv, Bayrisches Hautstaatsarchiv)

Vorteile und Grenzen der Feldbahn

Die Feldbahn bot vor allem Vorteile hinsichtlich Mobilität, schneller Verlegung und einfacher Infrastruktur. Gleichzeitig waren die technischen Möglichkeiten begrenzt:

  • geringe Zugkraft der Dampflokomotiven
  • eingeschränktes Steigungsvermögen
  • reduzierte Transportkapazität
  • niedrigere Geschwindigkeiten im Vergleich zur Regelbahn

Die Feldbahnwagen waren deutlich kleiner als Regelbahnwagen. Je nach Art und Gewicht der Ladung entsprach die Kapazität eines Regelbahnwagens ungefähr der Ladung von drei Feldbahnwagen.

Nutzung nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs waren große Mengen an Feldbahnmaterial vorhanden. Zahlreiche Lokomotiven, Wagen und Gleisanlagen wurden weiterverwendet und fanden im zivilen sowie militärischen Bereich erneut Verwendung.

Ein Beispiel hierfür ist die Festungsbahn in Mainz, bei der vorhandenes Material aus Militärbeständen weiterhin eingesetzt wurde. Die robuste und einfache Bauweise der Feldbahntechnik machte eine langfristige Nutzung wirtschaftlich und praktikabel.

Planung und Organisation

Für den militärischen Einsatz existierten umfangreiche Vorschriften und standardisierte Vorgaben für Bau, Betrieb und Wartung der Feldbahnen. Dadurch konnten Strecken schnell geplant und effizient betrieben werden.

Diese detaillierten Regularien erwiesen sich später auch bei zivilen Bauvorhaben als vorteilhaft. Viele technische Standards und organisatorische Abläufe konnten übernommen werden, wodurch Feldbahnen unter anderem beim Bau von Straßen, Industrieanlagen, Steinbrüchen oder größeren Infrastrukturprojekten eingesetzt wurden.

Die detaillierten Vorgaben erleichterten sowohl den Aufbau neuer Strecken als auch den Einsatz unter schwierigen Bedingungen.

Erstplanung der Schmalspurbahn von Bundenthal nach Ludwigswinkel.
Der Plan wurde in zwei Teilen gezeichnet und zur besseren Veranschaulichung zusammengefügt. Im Original weisen die Pläne eine Länge von ca. 7,5 m und eine Breite von ca. 1,5 m auf.

Beschreibung:
Die Strecke beginnt im querliegenden Plan unten links am Bahnhof Bundenthal und führt weiter bis nach Rumbach. Kurz hinter Rumbach wechselt die Darstellung in die Längsansicht. Am linken Bildrand ist der damals noch vorhandene Weiher im Brauntal erkennbar, um den die Bahnstrecke ursprünglich herumgeführt werden sollte. Letztendlich wurde die Umfahrung jedoch durch den Bau einer Brücke ersetzt.
Der weitere Streckenverlauf führt über die Wasserscheide zum Bahnhof Brettlhof und von dort über Fischbach nach Ludwigswinkel. Am rechten Bildrand ist schließlich das Truppenlager zu sehen.

(Bearbeitet 2026 von Jo Quelle: Landesarchiv Speyer)