Erstplanung der Regelspurstrecke

Erstplanung der Regelspurstrecke Bundenthal–Ludwigswinkel (1920)

Erstplanung der Regelspurstrecke

Am 21. Februar 1920 erteilte das Bayerische Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten der Eisenbahndirektion Ludwigshafen den Auftrag zur Planung und zum Bau einer neuen Bahnstrecke von Bundenthal nach Ludwigswinkel. Nach einer ersten Besprechung am 16. Mai 1920 mit den betroffenen Gemeinden sowie der Bayerischen Forstverwaltung wurde die folgende Trassenführung in Regelspur festgelegt:

Die Strecke sollte am Bahnhof Bundenthal beginnen und durch den Ortskern bis zur St.-Anna-Kapelle unmittelbar hinter dem Ortsausgang verlängert werden.

Hintergrund der Planung

Die Eisenbahndirektion Ludwigshafen wollte sich damit die Möglichkeit offenhalten, die Bahnlinie zu einem späteren Zeitpunkt über Niederschlettenbach, Bobenthal und St. Germanshof bis nach Weißenburg im Elsass weiterzuführen. Eine solche Verbindung war bereits seit längerer Zeit vorgesehen, konnte jedoch kriegsbedingt nicht verwirklicht werden.

Geplanter Streckenverlauf

Im Bereich der St.-Anna-Kapelle auf etwa 190 Metern Höhe sollte die Trasse zunächst die Wieslauter überqueren und anschließend durch das Litschbachtal nach Nothweiler auf rund 277 Metern führen.

Für die Weiterführung nach Schönau war ein Tunnel zwischen der Burgruine Wegelnburg (571 m) und dem Kuhnenkopf (530 m) vorgesehen. Über das Schwobtal sollte die Strecke schließlich Schönau auf etwa 295 Metern Höhe erreichen.

Von dort aus war eine Weiterführung über den Gienanthweg in Richtung Fischbach geplant. In der Nähe der St.-Ulrich-Kapelle sollte der Bahnhof Fischbach entstehen. Anschließend war vorgesehen, die Sauer zu überqueren und die Strecke westlich des Saarbacherhammers bis zum Lager Ludwigswinkel fortzuführen.

Die geplante Gesamtstrecke hatte eine Länge von 34,6 Kilometern.

Aufgabe der Regelspurplanung

Am 24. Oktober 1921 teilte der Reichsschatzminister in Berlin der Bayerischen Kreisregierung in Speyer mit, dass die Planungen der Reichsbahndirektion Ludwigshafen aus Kostengründen nicht umgesetzt werden könnten. Die geschätzten Baukosten beliefen sich auf etwa 2,7 Millionen Mark pro Streckenkilometer.

Stattdessen sollte die Trassenführung lediglich durch den Bau einer schmalspurigen Kleinbahn realisiert werden. Daraufhin beauftragte die Reichsvermögensverwaltung für die besetzten Gebiete das untergeordnete Reichsneubauamt in Rumbach mit der Planung einer Schmalspurbahn – der später sogenannten Feldbahn.