Ausweichbahnhof Wasserscheide

Auf einen Blick

Art der Betriebsstelle: Ausweichbahnhof und Wasserstation

Lage:
• Im Bereich der Wasserscheide zwischen Wieslauter- und Sauergebiet
• Höchstgelegener Betriebsbahnhof der Wasgenwaldbahn

Gleisanlagen:
• Nebengleis mit 160 Metern Nutzlänge
• Sackgleis mit 150 Metern Nutzlänge
• Mehrere Weichen für Rangier- und Kreuzungsfahrten

Betriebseinrichtungen:
• Beleuchtete Bahnanlage
• Bahneigene Streckenfernsprechleitung
• Sprechstationen in Wellblech-Telefonhäuschen

Wasserversorgung:
• Wichtige Wasserstation für dampfbetriebene Lokomotiven
• Bereitstellung von Wasserwagen zur Lokomotivversorgung
• Ergänzung von Kohlevorräten bei Bedarf

Besonderheiten:
• Kreuzungsbahnhof auf der eingleisigen Strecke
• Endpunkt der längsten Steigungsstrecke von Bundenthal
• Mögliche Nutzung des Sackgleises zur Holzverladung
• Eindeutige Nachweise hierfür liegen bislang nicht vor

Ingenieurmaßnahmen:
• Hangsicherung im Bereich der Kehrschleife
• Errichtung einer Beton-Fußmauer nach einem Hangrutsch
• Bogenförmig eingebaute Granitblöcke zur Stabilisierung
• Entwässerung mittels Faschinen aus Stroh- und Gehölzbündeln

Betriebliche Bedeutung:
• Wichtiger Kreuzungs- und Versorgungspunkt der Strecke
• Versorgung der Lokomotiven nach der rund 6 Kilometer langen Bergfahrt
• Sicherung eines reibungslosen Betriebs auf dem anspruchsvollsten Streckenabschnitt der Wasgenwaldbahn

Betriebsstelle Wasserscheide

Die Betriebsstelle Wasserscheide diente als Ausweichbahnhof auf der Strecke durch den Wasgenwald. Die Anlage verfügte über ein Nebengleis mit einer Nutzlänge von 160 Metern sowie ein Sackgleis von 150 Metern Nutzlänge. Mehrere Weichen ermöglichten die erforderlichen Rangier- und Kreuzungsfahrten. Die gesamte Bahnanlage war beleuchtet, um auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen einen sicheren Betriebsablauf zu gewährleisten.

Die ungewöhnliche Länge des Sackgleises lässt vermuten, dass dieses nicht ausschließlich betrieblichen Zwecken diente. Möglicherweise wurde es zeitweise auch zur Verladung von Stammholz genutzt, das aus den umliegenden Waldgebieten abgefahren werden sollte. Eindeutige Nachweise für eine solche Nutzung liegen bislang jedoch nicht vor.

Für das Zugmeldewesen wurde eine bahneigene Streckenfernsprechleitung eingerichtet. Die zugehörigen Sprechstationen befanden sich in charakteristischen Telefonhäuschen aus Wellblech, die entlang der Strecke aufgestellt waren. Sie dienten der Kommunikation zwischen den Betriebsstellen und gewährleisteten die sichere Durchführung des Zugverkehrs.

Die Wasserscheide war zwar als Wasserstation von großer betrieblicher Bedeutung, verfügte jedoch offenbar über keine eigene, dauerhaft ergiebige Wasserquelle. Dies mag zunächst überraschen, da die Lokomotiven hier regelmäßig Wasser ergänzen mussten. Die topographische Lage auf der Höhe des Gebirgsrückens bot jedoch nur begrenzte Möglichkeiten zur zuverlässigen Wasserversorgung.

Aufgrund der betrieblichen Anforderungen der dampfbetriebenen Lokomotiven mussten an der Wasserscheide regelmäßig Wasser- und gegebenenfalls auch Kohlevorräte ergänzt werden. Der stetige Anstieg von Bundenthal bis zur Wasserscheide stellte insbesondere für die schwer beladenen Züge eine erhebliche Belastung dar. Je nach Zuglast konnte der Wasservorrat der Lokomotiven bereits nach der rund 6 Kilometer langen Bergfahrt weitgehend erschöpft sein. Zur Versorgung der Lokomotiven wurden daher an der Betriebsstelle Wasserwagen sowie bei Bedarf Brigadekippwagen für die Kohlenbevorratung bereitgestellt.